Im Jahr 2009 erkundete der renommierte italienische Freitaucher Enzo Maiorca mit seiner Tochter Rossana die Gewässer vor Syrakus, als etwas Unerwartetes geschah. Während er in die Tiefen hinabtauchte, spürte Enzo einen sanften Stoß auf seinem Rücken. Er drehte sich um, in der Erwartung, ein neugieriges Meereswesen zu sehen — und fand einen Delfin, der dringend versuchte, seine Aufmerksamkeit zu erregen. Ohne zu zögern tauchte der Delfin tiefer. Enzo folgte ihm. Etwa 15 Meter tiefer entdeckten sie einen zweiten Delfin, der hoffnungslos in einem verlassenen Fischernetz verfangen war. Er kämpfte um Luft. Enzo signalisierte schnell seiner Tochter nach einem Messer. Gemeinsam arbeiteten sie schnell und vorsichtig, um das Netz zu durchtrennen und den Delfin zu befreien. In dem Moment, als er sich befreite, gab er ein Geräusch von sich, das Enzo später als „fast menschlich — ein Schrei der Erleichterung“ beschreiben würde. Als sie auftauchten, erkannten sie, warum die Rettung so dringend gewesen war — der Delfin war schwanger. Nur wenige Momente später brachte sie im offenen Ozean zur Welt. Der männliche Delfin schwamm um die Szene herum und näherte sich dann Enzo. In einer Geste, die sich sehr absichtlich anfühlte, berührte er sanft seine Wange mit seiner Schnauze — wie ein Kuss der Dankbarkeit — bevor er mit seiner neuen Familie im Blau verschwand. Als Enzo über die Erfahrung nachdachte, sagte er: „Bis der Mensch lernt, die natürliche Welt zu respektieren und mit ihr zu sprechen, kann er seinen Platz auf dieser Erde niemals wirklich verstehen.“ Die Natur hat immer etwas zu sagen — wenn wir uns entscheiden zuzuhören.